Die Wahrheit ist, dass alles wahr ist

Einfach sein, einfach Sein.

Einfach nicht den Wandel des Lebens der Widersprüche der Menschlichkeit verstehen müssen. Sehen, woher die Angst kommt, die tagtäglich über mich hereinbricht, mich am Wissen hindert. Das Fragezeichen in meinem Denken, in meinem Bewusstsein darüber, wie ich die Welt wahrnehme, wie ich sehe, dass die Interessen entscheiden, wohin ein Thema getrieben wird; je nachdem in welchem Rahmen die Menschen sich bewegen, in welchen Ansichten sie aufgezogen worden sind, in welcher Wirklichkeit sie sich verstehen, sie sich verstecken wollen. Es sind die kleinen Lösungen, ohne dass sie ganzheitliche Konzepte darstellen könnten, die Darstellung ist einfacher als die Verherrlichung des Seins; die Dummheit des Menschen beschreibt sich in seinem fehlenden Horizont, weil die Wirklichkeit ferner der Gedanken ist, die andere sich gedacht haben.

Nie habe ich verstehen können, warum Menschen, wenn sie handeln, oftmals vergessen, dass auch Andere handeln könnten. Der Horizont der Meisten ist auf das eigene Ich beschränkt, selbst wenn die Neigung anderen zu helfen aus einem Selbst herausbricht. Es ist das eigene Brot, das eigene Dach über dem Kopf, das eigene Gewissen, welches beruhigt werden will. Die wirklichen Innovationen bleiben aus in diesen ewigen Gedanken, die das Ganze nicht sehen können, weil es die Wirklichkeit des Einzelnen übersteigen würde, zu verstehen, dass es mehr gibt, als Einzelne verstehen können. Kollektives Denken könnte sinnvoll sein, wäre nicht auch hier der Rahmen vorgegeben, in dem diese Kollektivisten sich bewegen, in dem sie sich aneigenen, wo sie anecken, weil sie glauben, dass sie auf dem richtigen Weg sind, weil sie miteinander übereinander sprechen und die Gegenständlichkeiten aufwiegen, die ihr eigenes Denken projizieren, weil sie Gefangene ihrer selbst, ihrer Gedanken, ihrer eigenen Lebenswelt sind.

Es gibt Ziele, die es zu erreichen gilt. Es gibt für alles einen Plan, einen für die Kindererziehung und einen für die Selbstfindung. Es gibt viele große Männer, manchmal auch Frauen, die Dinge gesagt und niedergeschrieben haben, die es zu wissen, die es zu glauben, die es zu meinen gilt; das Brotlose an der Kunst ist das sinnlose Herunterbeten der Predigten der alten Befürworter einer neuen Zeit, selbst dann, wenn es sich um Philosophen handelt, die wirklich revolutionäre Dinge gesagt und getan haben; das Rad muss auch nicht neu erfunden werden. Doch dennoch muss es für den Gelehrten gelten, all die Wissenswege gewählt zu haben, die andere vor ihm auch gegangen sind, weil es dazu gehört, belesen zu sein, das Wissen mit sich zu tragen, das andere bereits niedergeschrieben haben, um den Geist zu erweitern, der sonst verkümmert hinter den Gedanken, die sich nur mit dem eigenen Ich auseinandersetzten. Und doch ist es eine Szenerie der Selbstverwirklichung, die den Gelehrten mit ihren Titeln und Aufzeichnungen und Auszeichnungen entgegen gebracht wird, weil sie gegensätzlicher nicht sein könnten, wenn sie den Weg in die Wirre der Welt zu finden mögen.

Es gilt, den Horizont zu erweitern und das einfache Leben hinter sich zu lassen. Die Ziele der Anderen sind Wünsche fernab der Unergründlichkeit der Ahnungslosen, die sich ihren Weg in die tiefen Wälder des Seins gegraben und sich im Sinn der Sehenden verloren haben. Es gibt Nichts, was es geben soll, was es zu erreichen gilt, weil alles nur ein Konstrukt ist, welches einfacher zu verstehen und anzunehmen ist als ungeahnt aller Dinge den ständigen Gedankenstrom abreißen und die Gedanken hinfortpflanzen zu müssen. Die Angst entsteht aus dem Wissen, dass es nicht nur eine Seite der Medaille gibt, dass die Gedanken permanent zwischen schwarz und weiß hin- und herpendeln und die Logik beider Seiten nachvollziehen können. Die Illusion hinter dem Sein ist, dass es etwas geben müsste, was es zu erreichen gilt, dass es einen Kampf zu bestreiten oder eine Verwirklichung zu erreichen gibt.

Das Leben hat ein Muss, das es so in dieser Form nicht braucht. Die Leichtigkeit des Seins gibt vielen Menschen die Illusion wieder, dieses Muss nicht ertragen zu müssen. Die Ablenkung der Gedanken ist das Ablegen des Leides des Unsinns, der in der Wirklichkeit entsteht; es wäre verheerend zu glauben, dass sich dies ändern ließe und das Sein damit erträglicher würde.

2 Kommentare zu „Die Wahrheit ist, dass alles wahr ist

  1. „Das Reich der Freiheit beginnt dort, wo man für das Zurückstellen seines Egoismus nicht mehr bestraft wird.“ (Daniela Dahn) – Mein Leben ist die Suche nach diesem Reich, nach diesem Land. – Korrekterweise müsste ich nunmehr schreiben: Mein Leben war die Suche nach diesem Land. –

    Außerhalb meiner Seele gibt es dieses grundsätzlich Land nicht. Nicht auf diesem Planeten. Kleine Oasen davon gibt es, in manchen, sehr, sehr wenigen Menschen.

    Das ist die einzige Wahrheit, die ich nach den vielen Jahren der Suche eine solche nenne.

    Sonst ist nichts Wahrheit. Als Wahrheit auf diesem Planeten, unter den Menschen hier, gilt alles was postuliert wird, um jedwedes (!) eigene Streben und Tun zu rechtfertigen. Sofern das vorsätzlich geschieht, ist es ebenso gut Lüge. Das ganze Leben der Menschheit ist eine Lüge.

    „Es gibt Nichts, was es geben soll, was es zu erreichen gilt, weil alles nur ein Konstrukt ist, welches einfacher zu verstehen und anzunehmen ist als ungeahnt aller Dinge den ständigen Gedankenstrom abreißen und die Gedanken hinfortpflanzen zu müssen.“

    Von Herzen liebe Grüße an Dich, liebe sheshebens! 🌷💚

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