Sich nicht verstecken können

Vielleicht ist es einfach alles immer nur zu groß und zu laut und die Müdigkeit ein Zeichen dessen, dass das, was der Großteil derer, die Schafen gleich durch ihr Leben wandern, nämlich namentlich die Existenz, zu viel ist für Jemanden, dessen Gedanken auf Wanderschaft gehen und die Ängste an jeder Ecke finden, an der das Unbehagen zum Unmut der Eitelkeit geworden ist. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es nur, dass die Konstrukte, die der menschlichen Existenz dienen, wenig mit dem Kreislauf des Lebens und der daraus resultierenden Sinnhaftigkeit im Entstehen zu tun haben, sondern mehr mit dem Fortgang eines Voranschreitens einer Bevölkerung, die sich zivilisiert schimpft und doch barbarisch ihres Gleichen und ihrer Grundlage, der Natur, gegenübertritt. Es gibt kaum Respekt mehr gegenüber diesen Begebenheiten, die den Menschen umgeben. Der prozentuale Anteil sinkt mit der Masse derer, die sich als Befürworter in die erste Reihe stellen und das Urteil verkünden. Die Verlogenheit ist in diesem Sinne selbst die Ausrede für das Verhalten, in welchem andere nicht aufbegehren. Schlicht: Das eigene Handeln ist die Rechtfertigung derer, die es nötig haben, ihr Handeln kund zu tun. Das „Aber“ in den Worten ist der Wirklichkeit näher als die scheinheilige Fassade, die die Menschen um sich errichten. Das „Ich“ ist diesem „Aber“ gleich – Es dient als Novellierung des Seins.

Nicht jeder wird sich so beobachtet fühlen. Den Meisten ist es schlicht egal, was um sie herum passiert. Galt es als Kind noch, dass die Erwachsenen einen nicht sehen, wenn die eigenen Augen verdeckt sind, so ist es nun, dass, wenn die Umwelt in all ihren Facetten und Lautstärken und Farben und Persönlichkeiten wahrgenommen wird, dieser Prozess sich umkehrt und das Kind, das nunmehr erwachsen ist, sich von der Welt beobachtet fühlt, obschon es selbst es ist, welches die Gegenwart registriert, und gleichzeitig es auch jenes Selbst ist, welches versteht, dass Niemand sich wahrlich interessiert und die Andersheit erkennt, weil es keine solche Offensichtliche gibt, sondern nur die Wahrnehmung des Raumes und der Zeit als einen aktiven Prozess der Lebendigkeit, herausgebrochen aus jeglicher Existenz.

Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist, da muss ein Ort sein, an dem sich dieses Kind wohlfühlen kann. Die Schnelligkeit der Zeit ist ungleich der Langlebigkeit der Ereignisse. Menschen treffen ihre Entscheidungen schlicht mit einer Entschiedenheit, die nicht entscheidend sein kann. Der vorgepflasterte Weg ist etwas für die Elite, die nicht selbst auf ihre Gedanken kommen muss.

Die Herrlichkeit liegt in der Ehrlichkeit des Windes, der durch die Blätter weht und die Zeit vergehen lässt. Die tiefen Atemzüge einer anderen Welt, eines anderen Menschen in einer anderen Zeit. Die Herrlichkeit liegt nicht in den Entscheidungen, die Entscheidungsträger finden mögen, auch nicht in jenem Selbst, welches zu finden propagiert wird. Sie liegt in einer Unermessenheit für die es keine Sprache gibt und die Welt nur zu laut und groß und bunt sein kann.

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